Auszubildende: einige Lehrstellen nicht besetzt!

„Wie kann das nur sein?“, fragt man sich, wenn man einerseits hört, dass es in Bayern aktuell noch 14000 freie Lehrstellen gibt und andererseits weiß, dass noch 11000 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Es müssten ja eigentlich fast alle mit einer Stelle versorgt werden können. Doch dies ist nicht der Fall. Und warum ist das so?

Nun, dies kommt zum Einen deshalb, weil nicht jede freie Stelle automatisch für jeden Bewerber geschaffen ist. Jemand, der beispielsweise eine Lehre als Bankkauffrau machen möchte, freut sich wenig über Anzeigen wie etwa Raumausstatter Berlin sucht Auszubildende! Genauso ist es mit anderen Jugendlichen, die dich für eine Lehre als Bäcker/in interessieren und die nur Ausbildungsplätze als Florist/in in ihrer Nähe finden.

Die Entfernung zum Arbeitsplatz ist in der Tat auch oft ein Problem. Nicht jeder Auszubildende kann gleich im ersten Lehrjahr ausziehen, weil man einfach nicht genügend Geld verdient, um sich eine eigene Wohnung zu leisten. Dabei spreche ich aus eigener Erfahrung: Ich habe in meinem ersten Lehrjahr als Erzieherin knappe 330 Euro verdient. Wer dazu noch ein Auto benötigt, um seine Arbeitsstelle überhaupt zu erreichen, für den wird es schwieriger, was den finanziellen Aufwand betrifft.

Ein anderes Problem ist, dass viele Bewerber den Anforderungen des Berufs eigentlich zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung gar nicht gewachsen sind. Vor allem für die Metall – und Elektroindustrie wird vermutet, dass einige der Ausbildungsplätze eigentlich nicht hätten besetzt werden dürfen, weil die Bewerber von ihren mathematischen Fähigkeiten nicht gut genug waren. Hier hofft man nun, den Jugendlichen während der Ausbildung die nötigen Kenntnisse beibringen zu können.

Als letzter Punkt spielt meiner Meinung nach auch die mangelnde Flexibilität von vielen (nicht von allen) Jugendlichen eine Rolle: Ich habe es selten erlebt, dass sich jemand nach einer Alternative umgesehen und sich dafür beworben hat, wenn es mit dem eigentlichen Traumberuf nicht geklappt hat. Dabei gibt es viele Berufe, die sich gar nicht so stark voneinander unterscheiden bzw. kann man ja auch erst die eine Ausbildung machen und danach aufstocken.

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